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NEWSLETTER FEBRUAR 2015

 

Frauen laufen anders als Männer

Leistungsdiagnostikzentrum

Hallo ###USER_name###,

 

warum widmen wir uns jetzt dem Thema „Frauen und Laufen“? Einerseits haben wir den Januar-Newsletter den Männern gewidmet. Andererseits erfreuen sich Frauenläufe einem enormen Zulauf. Warum ist das so? Sind die Frauen gerne unter sich? Haben sie die Schnauze voll vom Hecheln nach Bestzeiten? Wollen sie sich mit Mitgenossinnen treffen, die Spaß am langsamen, gemütlichen und genussorientierten Laufen haben?

Judith Riemer hat Antworten auf diese Fragen. Sie hat einen spannenden Werdegang vom schwergewichtigen Couchpotatoe zur Turtle-Runnerin hingelegt und wird an zwei Veranstaltungen des Bregenzer Frauenlaufs einen Vortrag über ihre Geschichte machen. Darüber hat sie auch ein spannendes Buch geschrieben, eine lohnende Lektüre für alle Laufeinsteigerinnen (… und natürlich auch Laufeinsteiger). Wenn Du vorab schon neugierig geworden bist, kannst Du Dir auf unserer Homepage bereits einen Eindruck über Judith´s Erfahrungsbericht machen (www.leistungsdiagnostikzentrum.eu/referenzen/).

Der Frauenlauf in Bregenz war für Judith eine wichtige Etappe; dieser hat bereits bei seiner Premiere 2010 alle Erwartungen übertroffen. Mit rund 1.800 Teilnehmerinnen positionierte er sich bereits im ersten Jahr zum zweitgrößten Frauenlauf in Österreich. 2014 gingen bereits 4.500 Frauen an den Start. Seid gespannt, warum die Frauen ihresgleichen suchen, Judith wird Euch darüber erzählen. Hier der Link zur Anmeldung für den Vortrag: http://www.sparkasse.at/vorarlberg/buchvorstellung

Unser Newsletter wird Euch vorab informieren, warum Frauen anders als Männer laufen, wie die geschlechtsspezifischen Unterschiede sind.

Auch beim Essen haben viele Frauen andere Gewohnheiten als Männer, das erfahrt Ihr im Ernährungsteil.

Sind die Frauen auch anders trainierbar? Es liegt auf der Hand. Wo einige Unterscheide liegen könnt Ihr im wissenschaftlichen / medizinischen Teil nachlesen.

Bei uns geht es mit großen Schritten in die Hochsaison. Die Anmeldung zum „Move“-Radprojekt mit Uwe Peschel laufen auf Hochtouren, die Auftaktveranstaltungen in Biberach und Ravensburg haben diese Woche stattgefunden. In den folgenden Wochen werden wir dann die knapp 350 Radsportler auf Herz und Nieren prüfen und deren Trainingswerte festlegen.

Auch die Mountainbike-Aktion „Bike-fit in Pfronten“ geht in die dritte Runde. Die Auftaktveranstaltung dazu findet am Donnerstag, 12. März um 19.30 Uhr im Diagnostikzentrum Pfronten in den Acura-Fachkliniken statt. Wenn Du Spaß am Biken hast oder zukünftig haben willst, freuen wir uns, wenn Du kommst! Infos dazu unter http://www.bikefit-pfronten.de.

Und noch ein Highlight für Skitourengeher: Wir haben in Feldkirch einen neuen Leistungstest für Skitourengeher entwickelt; Bilder dazu findest Du ebenfalls auf unserer Homepage www.leistungsdiagnostikzentrum.eu, Anmeldungen sind ab sofort bei Günter Ernst möglich (Nummer siehe unten).

Wenn Du Deine Fitness unter die Lupe nehmen möchtest und fit in den Frühling gehen willst, dann melde Dich bald zur Leistungsdiagnose an, da die Wartezeiten jetzt wegen des regen Zulaufs immer länger werden. Zur Terminvereinbarung und für Fragen erreichst Du uns unter den bekannten Nummern:

 

08381 - 94 28 50 (Markus für Scheidegg)
07541 - 39 14 00 (Tim für Friedrichshafen)
08363 - 69 11 65 (Gernot für Pfronten)
0831 - 69 72 46 980 (Manne für Kempten)
0043 - 5522 - 380 69 (Günter für Feldkirch / Vorarlberg)

Es grüßen Dich sportlich

Die Teams der Diagnostikzentren

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Training: Frauen laufen anders als Männer - geschlechtsspezifische Unterschiede

Laufen Frauen anders als Männer? Warum sollte das so sein, sie haben doch auch nur zwei Beine, 10 Zehen und zwei Arme zum Schwingen? Natürlich gibt es Unterschiede im muskulären Anteil, die Männer sind als urzeitmenschliche Jäger mit 10-30% mehr Muskelmasse ausgestattet, der dafür ursächliche Testosteronspiegel ist höher. Laufen die Frauen durch den geringeren Muskelanteil und den um 10 % höheren Körperfettanteil schlaffer? Frauen haben auch eine andere Körperkonstitution, sie sind im Durchschnitt kleiner, haben schmalere Schultern und kürzere Extremitäten, der Körperschwerpunkt ist tiefer, das Becken ist breiter als beim Mann, X-Beine sind häufiger. Doch ist das nachteilig beim Laufen?

Frauen sind auf der Marathondistanz zwar langsamer als die Männer, doch der Unterschied hält sich in Grenzen. Die erfolgreiche Marathonläuferin Paula Radcliffe kommt mit Ihrer Weltbestzeit von 2:15:25 Stunden (2003 in Berlin) doch recht nah an Haile Gebrselassi (2:03:59, 2008 in Berlin) heran. Bestzeit ist aktuell 2:02:57 h, aufgestellt im letzten Jahr von Dennis Kimetto beim Berlin Marathon. Frauen sind für Ausdauerleistungen von der Natur her hervorragend ausgestattet. Das liegt an ihrem Stoffwechsel, der eine gute Ausdauer ermöglicht. Vor allem bei den Ultradistanzen kommen die Frauen immer näher an die Leistung der Männer heran. Das hat die Wissenschaft lange nicht erkannt; denn bis in die 70er Jahre wurde fast ausschließlich am Mann geforscht. Frauen waren sogar von einer Marathonteilnahme ausgeschlossen, denn es wurde angenommen, dass regelmäßiges Training und vor allem Langstreckenläufe eine Unfruchtbarkeit auslösen.

Der Leiter der Landesvereinigung Gesundheit in Niedersachsen geht anders an das Thema heran: Er konstatiert: "Wir wissen aus Studien und Befragungen, dass Frauen, die sich sportlich betätigen, vor allem gesund bleiben, ihrem Körper etwas Gutes tun und ihre Figur pflegen möchten, und das möglichst in netter Gesellschaft". Die Gesundheit scheint eines der zentralen Motive für die sportliche Aktivität der Frauen zu sein. Die Sportmedizinerin und Professorin Korsten-Reck betont, dass Mädchen und Frauen eindeutig in puncto Gelenkigkeit im Vorteil sind. Ihr Bindegewebe ist dehnbarer, das ist vor allem gut für Turnen, Tanzen und Gymnastik. Frauen profitierten aber vor allen Dingen von dem ihnen eigenen Körpergefühl, sagt die Sportmedizinerin: "Mädchen entwickeln mit der einsetzenden Menstruation eine größere Sensibilität für ihren Körper und achten genauer darauf als Jungen, was ihnen guttut." Genau das sehen wir Woche für Woche bei der Stoffwechsel- und Leistungsdiagnose. Die Mehrzahl der Frauen trainieren intuitiv besser als die Männer.


Ernährung: Essen Frauen anders als Männer?

Studien des Robert Koch-Instituts zeigen eindeutig, dass Frauen ein anderes Essverhalten haben als Männer. Ist darin die höhere Lebenserwartung der Frauen begründet? Daran wird wissenschaftlich noch geforscht. Die gesündere Ernährung der Frauen dürfte hier eine wichtige Rolle spielen.

Frauen achten bei sportlicher Aktivität wie auch beim Essen mehr auf ihre Gesundheit; da verwundert es nicht, dass die Frauen mehr Gemüse und Obst sowie Vollwertkost essen. Beim Fleisch essen sie nur halb so viel wie ihre männlichen Kollegen. Milchprodukte werden von beiden Geschlechtern in etwa der gleichen Menge konsumiert. Bei Süßigkeiten schlagen die Männer in jüngeren Jahren mehr zu als die Frauen, doch das wandelt sich im höheren Alter: Jenseits des 55. Lebensjahres stürzen sich die Frauen mehr auf Süßes. Frauen trinken zudem deutlich weniger Alkohol. Warum essen Frauen gesünder? Klar ist, dass die meisten Frauen ein höheres Wissen über die Ernährung sowie Nahrungsbestandteile haben. Das mag daran liegen, dass die Frauen früher einen eigenen Haushalt gründen. Nur 57 % der Frauen leben mit 24 Jahren noch zu Hause, wohingegen 71 % der Männer in diesem Alter noch das „Hotel Mama“ genießen. Auch in Sachen Gewichtskontrolle haben die Frauen die Nase vorn, der Anteil an Übergewichtigen ist bei den Frauen niedriger als bei den Männern.


Medizin / Wissenschaft: Sind Frauen und Männer unterschiedlich trainierbar?

Bis zum Alter von 12 Jahren gibt es hinsichtlich der Trainierbarkeit keine Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen. Doch dann kommt bei den Jungs der erste Testosteronschub, der eiweißaufbauende Wirkung hat und sich beim Heranwachsenden durch verstärkte Muskelbildung zeigt. Daraus ergeben sich dann in der Pubertät vor allem im Kraftbereich deutliche Unterschiede der Geschlechter, der dann im Alter zwischen 20 und 30 seinen Höhepunkt erreicht.

 

Doch wie sieht´s im Bereich der Ausdauer aus? Können Frauen die Männer bei Langzeitausdauerbelastungen irgendwann einholen? Brian Whipp und Susan Ward haben 1992 in der Fachzeitschrift „Nature“ den provokanten Artikel „Laufen Frauen bald schneller als die Männer?" veröffentlicht. Nach ihren Berechnungen aus der Analyse der Weltrekorde in fünf olympischen Laufdisziplinen sollten sich  die Laufzeiten in allen Disziplinen bis 2050 angeglichen haben. Ist das möglich? Unberücksichtigt bleibt bei den Berechnungen von Brian Whipp und Susan Ward, dass Frauen noch nicht so lange zu Langstreckenläufen wie dem Marathon zugelassen wurden. Bei geringerem Leistungsniveau können aber größere Fortschritte gemacht werden, was sich in einer Analyse der Zielzeiten zeigt.

Auch bei Ausdauerbelastungen spielt das männliche Sexualhormon, das Testosteron, eine entscheidende Rolle. Hier haben die Männer einen zehnmal höheren Anteil als die Frauen. Und mit einem hohen Anteil an stoffwechselaktiver Muskelmasse, die durch das Testosteron ermöglicht wird,  lässt sich auch mehr Energie für den Körper gewinnen. Testosteron regt aber nicht nur das Muskelwachstum an, sondern auch die Bildung roter Blutkörperchen. Davon haben Männer zehn Prozent mehr Hämoglobin im Blut, der über die leistungsfähige Lunge angekommene Sauerstoff kann dann direkt in die Arbeitsmuskeln transportiert werden. Dadurch können Männer bis zu dreieinhalb Liter Sauerstoff pro Minute verbrauchen, bei Frauen liegt der Wert bei 2 Liter pro Minute. Frauen haben zudem im Vergleich zum Körpervolumen ein kleineres Herz.

Nun abschließend zur Frage, ob Frauen Männer einholen können, zitieren wir die Norwegerin Grete Waitz, die in den 70er- und 80er-Jahren zahlreiche Rekorde aufstellte: "Solange Frauen Frauen sind, können sie Männer nicht überholen", sagt die Norwegerin. 

Das Team des Diagnostikzentrums